Ich bin immer großer Fan von Menschen, die aus einer schlechten Situation das Beste machen. Im Moment kann ich mich da an meiner eigenen Stadt erfreuen, denn hier ist ja bekanntlich alles lahm gelegt. Ab Montag sollen ja auch noch die Lokführer streiken und somit werden keine U-Bahnen, keine Busse, keine Trams und nur ein Bruchteil der S-Bahnen fahren, die dann wahrscheinlich einfach nur rappelvoll sein werden. Wahrscheinlich wird es bald nötig sein, ein paar dieser japanischen U-Bahnstopfer einzufliegen, die in jede Lücke noch nen Geschäftsmann stecken, damit der Platz in der Bahn noch effizienter genutzt ist.
Bisher nehmens die Berliner weitgehend gelassen. Überwiegend bestimmt, weil das S-Bahn Netz auch recht gut ausgebaut ist. Das fällt ja dann ab morgen auch weg. Danke Herr Schell, danke Herr Mehdorn!
Berlin macht aber nun wirklich das Beste, ja fast einen Sport, aus dieser Situation. Viele Radiosender haben Mitfahrzentralen eingerichtet, damit sich Fahrgemeinschaften finden können oder bieten Schilder an, die man sich ins Auto hängen kann, damit Leute wissen, dass man gerne jemanden mitnimmt. Spreeradio bietet sogar ab morgen drei eigene Buslinien und Schiffe an, die die wichtigsten Punkte anfahren. Beim Tagesspiegel berichtet ein Redakteur über seinen täglichen Arbeitsweg von Köpenick nach Mitte, den er nun per Anhalter zurücklegt und was er dabei alles erlebt. Zum Beispiel einen Taxifahrer, der ihn kostenlos mitnimmt.
So muss das sein. Die Situation mit Humor nehmen und das beste daraus machen. Dann macht es sogar Spaß, wenn nichts funktioniert. Ich wünschte, dass alle Deutschen so locker damit umgehen würden. Im Moment freue ich mich, hier im Streikchaos zu leben.
Sonntag, 9. März 2008
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