Montag, 2. Juni 2008

Ein Wochenende quer Beet

Wow. Irgendwie war viel los an diesem Wochenende.
Eigentlich fing es für mich schon am Donnerstag an. In einem Anflug von Langeweile hatte ich an einer Reihe Gewinnspielen teilgenommen. Eigentlich wollte ich ja Konzertkarten gewinnen. Natürlich habe ich die nicht gewonnen. Dafür eine Whiskey-Verkostung auf einer Luxusbarkasse auf der Spree. So habe ich am Donnerstag abend meinen Horizont gewaltig erweitert. Ich weiß garnicht, ob ich vorher überhaupt jemals Whiskey getrunken habe. Mit gutem Grund. Ich weiß jetzt, dass ich auch keinen Whiskey besonders toll finde, von dem eine Flasche 1400 Euro kostet. Ansonsten habe ich die anderen kostenlosen Angebot mehr zu schätzen gewusst, wie beispielsweise Kartoffelsalat, Würstchen, Bier und einen lauschigen Abend an Deck, wo wir den anderen Gästen dann auch erklären durfen, warum wir uns optisch so von ihnen abheben und was ausgerechnet WIR auf einer teuren Butterfahrt zu suchen hätten. Gleichzeitig musste ich auch des öfteren den Gedanken aus meinem Kopf verjagen, dass es Menschen gibt, die 1400 Euro ihre von rosa Kragen umringte Kehle herunterschütten, von denen Menschen 2 Monate feudal leben können... ganz zu schweigen von Menschen auf anderen Kontinenten. Nie wieder Highland Park Whiskey.
Freitag war hingegen nicht viel los. Abends ist Besuch Sascha angekommen und es gab noch was Bier und Mexikaner.
Samstag war ich dann nachm Arbeiten zum Wein an der Spree verabredet. Vis a vis mit dem Schloss Bellevue haben wir dann populäre Kriminalfälle und alte Anekdoten durchdiskutiert, den Schwan in der Spree natürlich Gesine genannt und schwubbdiwubb war der Wein alle. Deshalb ging es für uns weiter Richtung Ostbahnhof. Dort sollte irgendwo ne Party in nem besetzten Haus sein, wo noch eine Bekannte war. Auf dem Hinweg habe ich mich ja schon über das krasse Polizeiaufgebot nur halb gewundert. Schließlich war es die Abschlussparty der Aktionstage "Freiräume" der linken Szene. Drinnen war es zunächst sehr cool. Viele bunte Leute mit allerlei Farben in den Iros und ner Menge Metall im Gesicht. Es gab ein super Punk-Konzert im Garten und günstiges warmes Bier. Beim Bier sackten dann die ersten Gerüchte zu uns durch: draußen gibt es Stress mit der Polizei. Die Leute sollen Platz machen, damit die von draußen reinkommen können und die Straße frei machen. Immer wieder die Durchsage, dass die, die Stress machen wollen bitte abhauen sollen. Allerdings gab es immer mehr Gerüchte von Tränengas, Wasserwerfern, Steinwürfen und Barrikadenbau. Somit war ich also erstmal gefangen im Köpi. Zum Glück, denn sonst wäre ich nie in den Keller gegangen, wo gerade eine richtig dicke Drum N Bass Party abging. Dort habe ich dann ne Zeit abgetanzt, bis das nächste Gerücht anflatterte, dass draußen wieder alles okay sei. Somit konnte ich nun doch los, um Sascha zu treffen, der nach dem Ärzte Konzert unbedingt in einen der langweiligsten Clubs Berlins gehen wollte. Also habe ich dort dann 6 Euro Eintritt bezahlt um ein Bier zu trinken und dabei dem Abiturientinnen-Einheitsbrei beim unsicheren Indie-Tanz zuzuschauen und die wilde Drum N Bass Party zu vermissen. Kurzum: Nie wieder Magnet!
Sonntag habe ich zur Hälfte der Katerpflege und zur anderen Hälfte der Eröffnung meiner persönlichen Open-Air-Saison gewidmet: Mit den Ärzten in der Wuhlheide. Und ich muss ehrlich sagen: Wow! Großartiges Konzert. Fantastische Stimmung. Geniale Open-Air-Bühne. Ich bin noch immer sehr beeindruckt und freue mich schon auf das nächste Konzert dort (11.07. schon wieder die Ärzte). Die Ärzte haben bei mir einiges an Respekt gewonnen. Vorher hat mich Ihre Massenkompatiblität immer ein wenig abgeschreckt. Aber ich bin bereit dies zumindest vorübergehend zu vergessen und mich auf die nächste Sitz-La-Ola, Schmunzel-La-Ola oder Textvarianten wie "Campino im Thunfischsalat wie gemein..." zu freuen. Ärzte gerne wieder!
Hier noch zwei Bilder als Dokumentation meines kläglichen Versuchs die fantastische Stimmung gestern Abend mit meiner popeligen Telefonkamera einzufangen:



Fazit: Ein großartiges Wochenende, dass auf einen grandiosen Sommer hoffen lässt. Mehr davon!

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