Mensch! So ist er also, der Berliner Sommer. Mir wurde nicht zuviel versprochen. Schon diese frühlingshaften Vorboten können sich sehene lassen. Meine letzten beiden Besucher hatten unverschämtes Glück und ich kann nun die ganzen Winterbesucher mit den schlechten Wettereindrücken nur ermuntern, es nochmal im Sommer zu versuchen. Berlin ist noch viel viel geiler, wenn man in dieser Auswahl an Freizeitangeboten auch noch Biergärten, Straßencafés und eine Schiffstouritour auf der Spree hinzufügen kann. Letztere ist allerdings nur mit Petersilie in den Ohren oder mächtig viel Alkohol zu ertragen, denn der Kommentar eines gealterten Kirmesclowns ist so abgrundtief scheiße, dass man sich sofort ins Wasser stürzen und zurück an Land schwimmen möchte. Ich hatte keine Petersilie dabei, war stocknüchtern und musste somit Höllenqualen erleiden, als würden vogonische Gedichte vorgetragen. Deshalb muss ich ausdrücklich davor warnen, ein Schiff der Reederei Riedel (Werbeslogan: "Nur schwimmen ist billiger!") ohne ausreichenden Gehörschutz zu betreten!
Mittlerweile bin ich wieder gänzlich genesen und konnte mich frohen Mutes in die ersten Semesterwochen stürzen. Dieses Semester beschleicht mich so langsam das Gefühl, dass ich doch was davon merken könnte, dass ich jetzt an einer Elite-Uni studiere. Oder ist es doch nur Zufall?! Jedenfalls bestehen drei meiner fünf Seminare nur aus maximal 7 Teilnehmern. Auch die Dozenten sind jedesmal schwer überrascht und versprechen gleichzeitig bei bleibender Teilnehmerzahl den Kurs in eine "Lokalität mit Getränkeversorgung", wie es meine Geschichtsdozentin heute ausdrückte, zu verlegen. Das klingt nach entspannten Kursen zwischen Radler und Sonnenschutzfaktor 30. Außerdem hatte ich heute auch meinen ersten Spanischkurs am Instituto Cervantes. Der war auch super. Ich bin positiv angetan von meinem Semesterstart und hoffe, dass es meinem berlinbeflügelten Motivationsschub noch ein bißchen mehr Kraft verleiht.
Zwischen Spanischkurs und meinem 4-Personen-Geschichtsseminar war ich heute meine Stimme für meinen ersten Volksentscheid abgeben. Am kommen (Wahl-)Sonntag bin ich ja nach langer Zeit nochmal an Vater Rhein unterwegs. Somit habe ich mich heute schon zwischen grauhaarigen Rentner im Tempelhofer Bürgeramt gestellt und ein dickes Kreuz gemacht, damit das Tempelhofer Flugfeld bald ein hübscher Park ist. Ich hoffe, dies hier liest keiner dieser militanten "Alle-Macht-geht-vom-Volke-aus"-Aktivisten. Hinterher werde ich noch verfolgt! Aber mal ehrlich: Ich weiß nicht wie mich Argumente wie obiges oder "Hört nicht auf den Regierenden, sondern auf euer Herz!" von der Erhaltung eines Flughafens überzeugen sollen. Da lasse ich mich doch lieber von der idyllischen Zukunfsvision einer großen Grünanlage der Gegeninitiative anstecken...
Donnerstag, 24. April 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen