Donnerstag, 29. November 2007

Berliner Schwärze

Das war das einzige, was mir einfiel, als ich gerade aus dem Fenster geschaut habe um mir einen passenden Titel für meinen heutigen Eintrag einfallen zu lassen. Ich weiß auch nicht warum, aber ich habe den Eindruck, dass es in Berlin dunkler wird als anderswo. Eigentlich müsste so ne Großstadt ja viel heller leuchten, aber ich glaube Berlin spar Strom. Auf jeden Fall ist es hier spätestens um fünf Uhr nachmittags stockduster. Das vervielfacht übrigens auch die Chance, dass man in eine dieser Berliner Tretminen tritt. Aber das muss wohl so sein, denn das sind wiederum "die selbstreinigenden Kräfte einer Stadt". Wer soll sonst die ganze scheiße wegmachen.
Das ist also eine (also genau genommen sind es schon mehrere gewesen) meiner ersten Erfahrungen, die ich hier im guten alten (und die Betonung liegt auf alt!) Tempelhof gemacht habe. Aber trotzdem beginne ich die Gegend zu mögen. Keine übertrieben stylischen eingewanderten Schwaben in Prenzlberg oder Friedrichshain. Eigentlich wie das unentdeckte (und unkultivierte) Kreuzberg. Hier wohnen außer mir eigentlich auch nur Rentner. Der nächste soziale Treffpunkt bei mir um die Ecke ist das Internetcafé für Senioren "Weltenbummler", wo es bestimmt große Lupen vor den Bildschirmen gibt. In eine andere Richtung gibt es die Villa Cosmetica, die ich unbedingt mal fotografieren muss, weil sie bei der Außenfassade in Dekoration eigentlich nicht mehr zu übertreffen ist. Überhaupt sind mir schon so großartige Schnappschüsse durch die Lappen gegangen. Es ist ein Jammer.
Mein Block (und ja, ich zitiere hier absichtlich maskierte Rapper) erinnert stark an die Architektur der Nazizeit, aber ich konnte erleichtert feststellen, dass er noch kurz vor derMachtergreifung fertiggestellt wurde. Wikipedia sei gelobt. Bei dieser Recherche habe ich auch gleich gelernt, dass das Gebiet hier "Blanke Hölle" genannt wird. Das ist natürlich ganz schön gemein und kommt wohl von dem kleinen See, der wiederum in dem kleinen Park bei mir um die Ecke liegt und "Blanke Helle" heißt. Als ich das gelesen habe hab ich auch endlich kapiert dass das Ecklokal mit den dunkelweißen Spitzengardinen garnicht "Blanke Kelle" heißt. Obwohl das ja auch assoziativ nahe gelegen hätte. Nun aber genug neue Heimatkunde. Mehr könnt Ihr selbst bei Wikipedia nachlesen.
Ansonsten bin ich sehr müde, weil ich die ganze Woche wirklich fleißige Studentin war. Ich habe nicht blau gemacht und alles fertig geschrieben, was so angefallen ist. Ich weiß garnicht, wann ich zum letzten mal wirklich alles vorbereitet hatte. Und ob überhaupt jemals... ja, ich bin von mir selbst überrascht. Vor allem hat dies natürlich den Grund, dass ich ab heute abend meinen ersten Besuch bekomme und dann geht es eigentlich Schlag auf Schlag bis ich Weihnachten selbst nach Hause fliege. Ich habe mir einen Umweltsünder-Flug gebucht und werde also dieses Jahr nur kleine handliche Geschenke kaufen.
Viel mehr fällt mir gerade nicht mehr ein, aber ich werde nun auf vielfachen Wunsch noch ein paar Bilder von unserer neuen Wohnung hochladen.






Mein Zimmer, eingerichtet, aber nicht wirklich aufgeräumt (mitterweile natürlich total sauber und ordentlich)

Der Blick aus Küche und Wojteks Zimmer in den ziemlich riesigen Hinterhof (ich muss mich erstmal dran gewöhnen, dass ich meinen Biomüll nicht einfach in den Hinterhof werfen kann...)



Unsere Küche in einem auch noch ziemlich unfertigen Zustand (mittlerweile zwar immer noch nicht fertig, aber schon besser)



Wojteks Zimmer bevor er eingezogen ist, nachdem ich den Heizkörper lackiert habe.



Blick nach vorne raus von meinem Balkon aus. Sieht schlimmer aus, als es ist...

Keine Kommentare: