Montag, 8. Oktober 2007

Kein Erfolg

Schon fünf Tage in Berlin. Da wird’s mal langsam Zeit für ein kleines Update. Obwohl, soviel zu berichten gibt es eigentlich nicht.

Heute war eigentlich ein auf der ganzen Linie unerfolgreicher Tag.

Die Wohnungssuche war bislang leider nicht sehr erfolgreich. Mittlerweile schaue ich auch nach Wohnungen, um einfach eine WG neu zu gründen. Von Prenzlauer Berg als möglichen Wohnort habe ich mich mittlerweile komplett verabschiedet. Es liegt für mich erstens nicht besonders toll, wird immer weniger bezahlbar und die Leute, die da wohnen haben auch alle irgendwie ein Rad ab.

Kreuzberg, Schöneberg und Neukölln (ja, richtig, das heiße Pflaster mit den bösen Schulen, das aber gar nicht so erschreckend ist, wie alle immer sagen) sind ne ganze Ecke attraktiver geworden.

Gestern habe ich eine echt nette WG in Neukölln kennen gelernt. Die haben sogar noch drei Zimmer. Ich fand die super. Ich hoffe, die mich auch. Mittwoch weiß ich mehr.

Ansonsten habe ich das Glück, das in der Wohnung meines Onkels irgendein Nachbar sein W-Lan nicht gesichert hat. Allerdings muss ich mich immer auf den Balkon setzen um ne gute Verbindung zu haben. Und die Berliner Herbstnächte sind doch ganz schön frisch.

In der Uni war es heute leider auch nicht wirklich gut. Falsche Öffnungszeiten der Studentenverwaltung im Internet (9-15 Uhr wäre auch absolut uni-untypisch gewesen) haben dazu geführt, dass ich mittags zwar ausgeschlafen in Dahlem ankam, dafür aber keine Wartenummer mehr bekommen habe. Kurzum habe ich dann beschlossen, die Einschreibung per Post zu beantragen. Immerhin hab ich ja nen Briefkasten hier. Dafür muss ich allerdings erstmal ne Stange Geld an die Uni zahlen. Kurz vor Schluss stand ich also bei der Kasse auf der Matte und wurde von der zweiten Fehlinformation heimgesucht, man könnte mit EC-Karte zahlen. Morgen: nächster Versuch.

Dann hatte ich noch drei Stunden Zeit um in die Sprechstunde eines Dozenten zu gehen, der mir meine Bonner Scheine in Englisch anerkennen soll. Also war ich noch was am Ku’damm rumschlawänzeln und eine bisschen meinen Hass auf die Touristenmassen schüren. Immerhin gibt es da ein riesengroßes Internetcafé bei Dunkin Donuts, wo man am Automaten sein seine Stunden vorher kaufen muss. Natürlich wechseln diese kleinen kapitalistischen Scheißgeräte kein Geld und nötigten mich ein weiteres Mal nur deshalb unsinnigen Süßkram zu kaufen (heute: Blaubeermuffin). Im Internet angekommen wurde ich sogleich von einer Taube heimgesucht, die sich in das Café verflogen hatte. Die Mitarbeiter schien dies völlig kalt zu lassen und so musste ich mit zwei anderen Surferinnen das arme Tier retten, das in regelmäßigen abständen versuchte durch ein geschlossenes Fenster zu fliegen. Schließlich war das arme Tier befreit. Kurzfristig hatte ich die Idee ob es vielleicht eine Kamikaze-Brieftaube war, die eigentlich vor Ort gegen das Aussterben ihres Berufszweiges aufgrund von Email und Internet protestieren wollte.

Zurück in der Uni und nach einer weiteren Blase am Fuß durch Verlaufen in der sogenannten „Rost- und Silberlaube“ (ein fast schon schmeichelhafter Begriff für ein eher unansehnliches Gebäude der FU, aber bestimmt des flächigste der Welt – es gibt Straßen und jeder Raum hat eine Adresse! Man braucht nicht unbedingt ein Abitur um sein Studium zu meistern, aber um sich hier zurecht zu finden definitiv!) stand ich dann vor der Tür des bereits erwähnten Dozenten. Dahinter wurde gerade eine offensichtlich hilflose Studentin beraten, die (wie ich dank Wortfetzen rausfinden konnte) völlig unfähig war, sich Information mal selbst zu beschaffen. Entsprechend lange war meine Wartezeit und als die arme verwirrte dann endlich fertig war, war die Sprechstunde vorbei und der Prof hatte keine Zeit mehr für mich. Den Wutanfall habe ich nur knapp unterdrückt. Aber ein bisschen gequengelt und darf deshalb morgen um halb zehn wiederkommen und kriege dann HOFFENTLICH meine Scheine anerkannt.

Meine WG Besichtigung heute abend muss wohl leider auch ausfallen, da mir die Nasen, mit denen ich nur per Email kommuniziert habe, Ihre Hausnummer nicht gegeben haben (und der Kottbusser Damm ist lang und breit!) und ich Nase weder danach noch nach ihrer Telefonnummer gefragt habe…

Was für ein erfolgloser Tag. Frustriert habe ich mir die In-Touch gekauft um nachzulesen, dass es bei Britney Spears im Moment auch alles kacke läuft. Das Horoskop meldet mir sogleich dass mein Glückstag erst am Freitag ist. Na toll. Ich hoffe mal die lügen und werde auch den Styling Tipp für Schützen, dass ich kleine Designer-Anstecker tragen soll ebenso ingnorieren.

Den heutigen Abend werde ich also mit Harry Potter verbringen. Oder mit Britney Spears’ Problemen. Ansonsten hier noch mein erster Touri-Tipp: Das Filmmuseum am Potsdamer Platz ist erste Sahne und bietet auch von der Einrichtung her geile Fotomotive.

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